Stadt - Land
Montag, 19. Oktober 2009
Ein Jahr bin ich jetzt hier.
Ein Jahr mit ständigem wegfahren und heimkommen, Lachen und Tränen, Stress und Langeweile, Einsamkeit und Freundschaft...
Ich habe so viel gelernt in diesem Jahr, nicht nur die ganzen Sachen auf der Uni, auch Dinge, die ich wahrscheinlich in weiteren 10 Jahren auf dem Dorf bei meinen Eltern nicht gelernt hätte.
Ich hatte öfters mal Angst, oder einfach nur keine Lust irgendetwas zu machen, aber jetzt habe ich das erste Mal ans Aufgeben gedacht. Ich habe das erste Mal richtig Schiss, es nicht zu schaffen.
Aber das würde meine Eltern und alle, die nie an mich geglaubt haben, nur in ihrer Meinung bestärken. Deswegen werde ich weitermachen, egal was kommt. Weil ich glaube, dass dieser Weg der richtige für mich ist.
ruby_of_willowbottom - 19. Okt, 20:18
waren die letzten Wochen für mich.
Anfang August hatte ich endlich Ferien und meine Eltern und drei Bekannte kamen mich in Köln besuchen.
Wir waren (obligatorischerweise) im Dom, in der Schildergasse, im Schokoladenmuseum, am Heumarkt, am Rhein entlang und natürlich im Brauhaus essen. Solche Sachen halt. Wir hatten leider nicht viel Zeit.
So richtig den Touristenführer kann ich noch nicht spielen, dafür kenne ich mich selbst noch nicht genug aus (- und das nach einem Jahr...). Also falls jemand einen Tipp hat, was man in Köln so zeigen kann, nur her damit! Ich bekomme in nächster Zeit sicher wieder mal Besuch.
Dann kam ich nach Hause ins Saarland und musste mich zuerst mal wieder umgewöhnen - so leise, so dunkel nachts usw. Mein Vater feierte in der Woche noch seinen 50. Geburtstag, und das war wirklich Stress pur... Mittwochs mein Vater, Donnerstag hatte mein Opa noch Geburtstag und Freitag hat mein Vater dann mit den geladenen Gästen in der Wirtschaft gefeiert.
Meine Cousine hat an dem Abend bei mir übernachtet (was meine Mutter mir einen Tag vorher mitgeteilt hat...), also hieß es vorher noch Zimmer aufräumen - ein sehr schmutziges, chaotisches Zimmer.
Naja, und die nächsten Wochen habe ich solche Sachen gemacht, die man auf dem Land im Sommer halt so macht :-3 Himbeeren pflücken, Mirabellen pflücken, Zwetschgen pflücken, putzen, entsteinen, Marmelade kochen und sowas halt
Und seit einer Woche sitze ich wieder in Köln. Musste ja mal meinen Briefkasten leeren und wählen gehen musste ich heute auch. Ein bisschen langweilig ist mir schon... Tja, wenn ich mich nur aufraffen könnte, mir die ganzen Sachen hier anzusehen...
Egal, morgen treffe ich mich endlich mal wieder mit meinen Freundinnen. Wir wollen ein Picknick machen. Hoffentlich hält das Wetter.
ruby_of_willowbottom - 30. Aug, 19:08
Es mag sich merkwürdig anhören, aber mir ist langweilig - so ganz ohne Prüfungen und Hausarbeit.
Die letzten Tage habe ich nur rumgesessen und habe die Wohnung nur zum Einkaufen verlassen - dabei gäbe es doch so viel zu sehen hier! Aber irgendwie kann ich mich nicht dazu aufraffen.
Und heute regnet es (was für eine wunderbare Ausrede, nichts tun zu müssen!). Eigentlich wollte ich heute auf einen Trödelmarkt in der Nähe meiner FH gehen. Aber bei Regen? Nää....
Donnerstag kommen meine Eltern und ein paar Bekannte zu Besuch hier her nach Köln. Vielleicht sollte ich schon mal anfangen, die Wohnung zu putzen?
ruby_of_willowbottom - 2. Aug, 13:03
ruby_of_willowbottom - 19. Jul, 20:01
Dieser Beitrag spiegelt meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen wider. Damit alle Stadtmenschen über einen Kamm zu scheren wäre weder meine Art noch beabsichtigt.
Wie ich ja jetzt schon in ein, zwei Beiträgen geschrieben habe, komme ich aus einem kleinen Dorf im Saarland. Dort gibt es naturgemäß auch relativ viele Vorurteile und Klischeevorstellungen über den "typischen Stadtmenschen". Aber ich denke, umgekehrt ist es genauso.
Ich bin relativ unvoreingenommen nach Köln gekommen, doch ich muss sagen, viele der Vorurteile und Klischees haben sich bestätigt.
Beispiel Natur: Es scheint wirklich etwas dran zu sein, an dem Gerücht, dass Leute aus der Stadt in "freier Wildbahn" verhungern würden. Eine Kommilitonin von mir, und gute Freundin (die auf dem Gymnasium Bio-LK hatte), fragte mich doch tatsächlich beim Anblick eines blühenden Erdbeerstrauchs (als ich ihr gesagt hatte, dass es ein Erdbeerstrauch ist!): "Du, wo kommt denn da jetzt die Erdbeere raus?" Und gab bei anderer Gelegenheit zu, nicht zu wissen, wie denn Kartoffeln aussehen, also, wenn sie nicht gerade im Supermarkt im Netz verpackt vor ihr liegen. Hallo??!!
Mit Tieren kann man ja sowieso schonmal gar nix anfangen - bei der kleinsten Fliege fängt man an, hysterisch rumzufuchteln...
Beispiel Essen: Wie kann man beim Essen nur so unglaublich "picky" sein? Ich meine, ich bin hier in Köln, hier gibt es sogar äthiopische Restaurants und sowas - und ich kann mit meinen Freunden (bis auf ein paar Ausnahmen) nur in Pizzerien gehen, oder höchstens mal zum Griechen (aber wehe, es ist Knoblauch im Essen!). Da hab ich dann eine, die isst KEIN (!) Gemüse ausser Möhren und Tomaten und keinen Käse ausser Gouda; die andere isst zwar Gemüse, aber auch keinen Käse und keinen Fisch. Und natürlich darf am Fleisch kein bisschen Fett dran sein (nicht mal am Frühstücksspeck...). Ausserdem wird alles unbekannte erstmal mit "Bäh" beurteilt.
Boah. Da könnte ich kotzen. Meine Mutter hat mir von klein auf beigebracht, n i e m a l s Bäh zu sagen. Weil's einfach unhöflich ist.
Sind die echt alle so??!!
Falls ja, will ich lieber ein Landei bleiben.
ruby_of_willowbottom - 17. Jul, 18:22
Heute ist es hier so heiß, und vor allen Dingen schwül - ich habe das Gefühl, die Luft steht. Und wenn der Wind weht, weht er höchstens um mich herum.
Die Kleider kleben feucht am Körper fest und sogar die Haut fühlt sich klebrig an. Das MakeUp hält nicht richtig, weil man sich dauernd im Gesicht rumwischt....
Der Sommer ist wirklich nicht meine Jahreszeit! Wenn überhaupt, würde ich ihn lieber auf dem Land, bei meinen Eltern verbringen... Aber habe ich eine andere Wahl?
Mal ein ganz anderes Thema: Da ich so einen kleinen Langhaartick hab, schaue ich jedem hinterher, der lange Haare hat, weiblich und männlich. Heute hab ich da was gesehen... Ein älterer Mann mit Haaren bis zum Hosenbund, aber in EINER langen Dreadlock-Wurst! Ih-Bäh! Nichts gegen schöne, gepflegte Dreads, aber diese eine Wurst *kopfschüttel* Die sah so aus, als würde schon was drin wohnen.... O_o
ruby_of_willowbottom - 29. Jun, 16:56