Bücher

Dienstag, 13. Oktober 2009

John Madison - Nothing for ungood

- Deutsche Seltsamkeiten aus amerikanischer Perspektive

Der Titel des Buches erklärt eigentlich auch schon seinen Inhalt - Amerikaner kommt nach Deutschland und erlebt dort so einige Merkwürdigkeiten.
Ich muss dazu sagen, dass ich solche Bücher wirklich mag. Das Buch "Planet Germany" von Eric T. Hansen kann ich zu dem Thema zum Beispiel nur empfehlen.

Dieses Buch sollte man allerdings wirklich nur dann lesen, wenn man sich über dumme Amerikaner aufregen möchte. Anders kann ich es nicht sagen.

Der Autor mag ungefähr zwei Dinge an Deutschland, nämlich die Autos und das Brot. (Neben den "typischen" Dingen wie dem Oktoberfest) Über alle anderen Dinge zieht er her, und selbst beim Autofahren und Brot kaufen kann man es ihm nicht recht machen.

Ziemlich unverschämt finde ich die Bemerkungen des Autors zur deutschen Sprache - ein Ausländer, bzw. Amerikaner soll sich bloß nicht die Mühe machen, diese scheußliche und schwierige Sprache zu erlernen, schließlich bringt es keinen (finanziellen) Vorteil und außerdem wird es in Deutschland immer irgendeinen Idioten geben, der Englisch mit einem spricht.
Doch das ist noch nicht alles: Hr. Madison jammert, dass die Deutschen darüber lachen würden, wenn Amerikaner Wörter falsch aussprechen (ich kenne ja seine Bekannten nicht...), doch es gibt ein ganzes Kapitel darüber, wie schlecht doch das Englisch der Deutschen ist. (Ausserdem lernen die Deutschen mit dem Oxford-Englisch auch immer das falsche Englisch. Wie kann man nur?)

Und so geht das Buch auch weiter: Es werden dumme Behauptungen aufgestellt und ohne große Erklärung stehen gelassen. Beispiel?
- 66% aller Deutschen sehen bescheuert aus, wenn sie einen Ball werfen
- In Deutschland regnet es die meiste Zeit
- Alle Deutschen lieben David Hasselhoff
usw.

Fazit: Muss man sich nicht antun.

Dienstag, 21. Juli 2009

Jennifer Colt - Wer schön sein will, muss sterben

Das Buch von Jennifer Colt (hoffentlich ein Pseudonym...) habe ich von einer Freundin, E. Sie hat es selbst noch nicht gelesen, aber schon unseren gemeinsamen Freundinnen F. und S. ausgeliehen, und weil diese es so lustig fanden, musste ich es auch lesen ;-)
Da das Cover schon so Frauenroman-mäßig aussah, und ich das normalerweise gar nicht so mag, insbesondere mit Krimi-Einschlag, war ich ja gar nicht so begeistert.

Der Klappentext:

Leonore Richling wusste, dass ihr junger Ehemann Mario ein Casanova ist. Dass er aber mit ihren Juwelen durchbrennt, geht dann doch zu weit. Was tun? Leonores Freundin Reba weiß Rat, betreiben ihre Großnichten, die hübschen Zwillingsschwestern Kerry und Terry McAfee, doch ein Detektivbüro. Das ungleiche Zwillingspaar glaubt, den Fall schnell lösen zu können. Doch dann säumen geliftete Witwen, russische Ganoven, ein Zwergspitz namens Paquito und immer mehr Tote ihren Weg ...



Ich würde dem Buch 3,5 von 5 Sternen geben ;-) Es ist teilweise sehr nah am Klischee (des Polizisten, der Lesbe, der alten reichen Dame...) und manchmal dachte ich nur "Ach neee wie doof". Aber es hat auch ein paar echt witzige Stellen. Ausserdem lässt es sich gut in einem Rutsch lesen. Die Hauptpersonen sind sympatisch (insbesondere Terry ;-) ) und den Schluss fand ich, jedenfalls in Hinsicht auf den Krimi-Teil, überraschend und gelungen.
Allerdings war es zum Schluss hin echt ein bisschen unübersichtlich, weil es soooo viele Charaktere gibt (X Witwen, den Sohn, den Fitnesstrainer, den Schauspieler, die Arzthelferin und so weiter...). Und die Namenswahl der zwei Hauptpersonen ist auch selten dämlich (oder wer nennt ein Zwillingspaar Kerry und Terry??!!)
Als Entspannungs- oder Urlaubslektüre ist das Buch aber wirklich zu empfehlen.

Ach, hab ich doch glatt meinen Lieblingsspruch, wenn man es so nennen kann, aus dem Buch vergessen:
"Im fünften Stock [des Krankenhauses] wurden wir von einer stämmigen Schwester mit rotem Haar und einem warmherzigen Lächeln begrüßt. Naturrothaarige gehören einer Art inoffiziellem Club an - wir sind Gleichgesinnte, die wegen ihres Andersseins als Kinder gepiesackt wurden und sich infolgedessen zu außergewöhnlichen Persönlichkeiten oder Serienmördern entwickelt haben."

Yeah - so ist es! - Naturrothaarige der Welt vereinigt euch! :-D

Samstag, 20. Juni 2009

Haruki Murakami - Kafka am Strand

Vor ein paar Tagen habe ich Murakamis "Kafka am Strand" fertiggelesen. Hier nun meine Meinung zum Buch.

Das Buch ist typisch Murakami. Teils sind die Geschehnisse im Rahmen des möglichen, teils völlig verworren und surreal. Das kann man entweder sehr mögen oder hassen. Ich für meinen Teil mag die Bücher von Haruki Murakami.

Das Buch scheint aus zwei sich abwechselnden Geschichten zu bestehen, die erst ganz zum Schluss irgendwie zusammen führen. In der einen Geschichte geht es um den 15jährigen Kafka Tamura (Kafka ist nicht sein richtiger Name), der von seinem Vater eine Art "Fluch" auferlegt bekommt und deswegen von zu Hause wegläuft und eine ganze Menge durchmacht.
Die zweite Geschichte handelt von Nakata, einem älteren Herrn, der in seiner Schulzeit einen geheimnisvollen Unfall hatte, Lesen und Schreiben verlernte und seitdem geistig behindert ist. Dafür kann er seither mit Katzen sprechen und noch ein paar Sachen mehr...

Ich fand das Buch gut. Allerdings hat mir z.B. Tanz mit dem Schafsmann besser gefallen.
Klasse sind wie immer die verschiedenen Charaktere, die Murakami so detailliert beschreibt und sie irgendwie "lebendiger" macht als andere Autoren. Besonders Oshima-san hat mich in diesem Buch (neben Nakata) begeistert.
Oder die Liebe zur Musik, die eigentlich in jedem Buch von M. eine Rolle spielt.
Aufgefallen (weder negativ noch positiv, ich finde es nur ein bisschen merkwürdig) ist mir auch, dass es immer ein "besonderes Verhältnis" zu Prostituierten zu geben scheint. Fast schon alltäglich, als wäre es ganz normal für einen Mann, einmal die Woche zu einer Prostituierten zu gehen. (Ist es das denn? O_o)

Minuspunkte gibt es bei mir für ein paar Stellen im Buch, die ich absolut überflüssig fand/finde. Beschreibungen des Geschlechtsteils der Hauptperson oder dessen ausschweifende sexuelle Phantasien muss ich nicht in (fast) jedem Kapitel lesen (ich glaube, in keinem Buch habe ich bis jetzt so oft das Wort "Penis" gelesen...).
Und über den Schluss bin ich auch ein bisschen enttäuscht.

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